9 Gründe gegen Selbstmord
Es gibt viele Gründe gegen Selbstmord. Hier neun davon.
1) Alptraum ohne Ende
Ein Selbstmordversuch garantiert Dir nicht den sicheren Tod - selbst wenn Du alles akribisch geplant hast. Der Tod ist nicht berechenbar. Stell Dir vor, Du fährst unangeschnallt gegen einen Baum, dein Kopf knallt durch die Windschutzscheibe und zieht dann aber an dem Stamm vorbei und streift nur einen Ast. Durch die hohe Aufprallgeschwindigkeit macht es „Krrrr“ – dein Genick bricht fein säuberlich. Die Konsequenz: Du liegst vielleicht eine Stunde am Unfallort unbemerkt im Schnee, kannst Dich nicht mehr bewegen und kriegst alles mit. Irgendwann kommt Hilfe, aber da ist es schon zu spät. Du wirst bis zum Rest deines Lebens im Rollstuhl sitzen und nur noch sprechen können. Keine andere Bewegung mehr. Dreimal am Tag wirst Du gefüttert und deine Mutter besucht Dich Mittwochs und Samstags und schiebt dir trockenen Marmorkuchen rein, der aber immer noch besser ist als der Fraß im Pflegeheim. Tolle Vorstellung? Ich glaube nicht. Sicherlich können querschnittsgelähmte Menschen auch viel Spaß am Leben haben, aber ich nehme an, mit zwei Beinen und zwei Armen ist es einfacher.
Jeder Suizidversuch birgt Risiken in sich. Vielleicht hast Du Dir einen Haufen Tabletten eingeworfen, das dumme ist nur, am nächsten Morgen findet dich der Hausmeister, weil er mal in deiner Wohnung schnell mal was reparieren will. Klar, 110, tatütata, und gottseidank: die Wiederbelebung ist erfolgreich. Das dumme ist nur: Deine Birne ist matsch. Das heißt, Bereiche Deines Gehirns sind abgestorben und funktionieren nicht mehr wie sie sollen. Vielleicht reduziert sich dein Intelligenzquotient drastisch, deine Feinmotorik muss neu antrainiert werden und bleibt für immer frühkindlich. Aber immerhin bist du noch schlau genug um dich für den Rest deines Lebens in den Hintern zu beißen und über deine Tat zu ärgern. Alles Panikmache? Nein, Realität. Frag einen Arzt oder eine Krankenschwester. Und wenn Dein Gehirn mehr als drei Minuten durch die Medikamente ohne Sauerstoff ist, ist der Schaden irreperabel. Medikamentenüberdosierung kann auch deine Organe ganz schön aus dem Gleichgewicht bringen – schließlich werden Leber und Niere mit Giftstoffen bombadiert. Ne kaputte Leber oder Niere ist keine Kleinigkeit! Lebenslang an die Dialyse ist auch kein Zuckerschlecken…
Du willst Fakten, Fakten, Fakten? Eine niederländische Studie hat erschreckendes zu Tage gebracht. Hier hat man untersucht, was alles bei Euthanasie-Fällen passiert ist, mit Suizid-Kanditaten also, bei denen der Arzt Hilfestellung zum Freitod gab (in Holland ist Sterbehilfe legal):
in 16 % der Fälle, in denen sich die Patienten versucht haben, mit Medikamenten umzubringen, die der Arzt verschrieben hat, haben die Medikamente nicht wie erwartet funktioniert.
In 7 % der Fälle gab es technische Probleme oder unerwartete Nebeneffekte
. In 18 % der Fälle musste der Arzt eingreifen, damit der Tod sicher eintrat.
Selbst wenn der Arzt persönlich die Prozedur durchführte, haben die Patienten länger zum Sterben gebraucht als erwartet oder sie sind unerwartet aus dem Koma wieder aufgewacht.
Weißt Du was das bedeutet? Selbst Mediziner, die jahrelang an der Uni unseren Körper studiert haben, können jemanden nicht einfach so sanft in den Tod gleiten lassen, oft gab es Komplikationen. Unterschätz den Lebenswillen deines Körpers nicht.
Denn: Ich persönlich glaube, dass der Körper leben will. Dass er zum Leben geschaffen ist, nicht zum sterben. Und deshalb stirbt man nicht einfach so. Bei Tablettenüberdosierung kann es sein, dass du dich erstmal vollkotzt, bevor du ins Delirium fällst. Oder du hängst am Baum und scheißt dir automatisch die Hosen ein. Willst Du da wirklich durch? Und am Ende als tragischer Pflegefall enden?
2) Das unsichere Herz
Ich hab mir mal halb im Affekt („so-jetzt-mach-ichs-einfach-Stimmung“) Tabletten eingeworfen. Schlaftabletten. Nen Haufen geschluckt – und weißt Du was? Mit jeder Tablette mehr wurde ich unruhiger. Hat sich nicht gut angefühlt. Da kam kein großer Friede über mich – eher die große Unruhe. Und plötzlich hatte ich einen Riesenschiss vor dem, was kommt. Auf einmal habe ich gemerkt, dass da was in mir ist, das noch leben will. Etwas, das nicht nur vor der großen Dunkelheit Angst hat, sondern auch leben möchte. Ich habe dann ein großes Glas Salzwasser getrunken (bringt einen zum Übergeben) und hab alles rausgekotzt. Und im Klo ja jede Tablette durchgezählt. Bin dann ins Bett und hab mich über mich gewundert.
Und weißt Du was? Da bin ich keine große Ausnahme. Laut Internetseite eines Professors für Psychologie sind die überwiegende Mehrzahl derer, die nach einem Suizidversuch gerettet werden, froh darüber (der Link existiert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht mehr). Deshalb ist meine Hoffnung, dass neben deiner Todessehnsucht auch etwas in Dir pocht, das Leben will.
Klingt jetzt total psychomäßig – aber könnte da nicht etwas in Dir sein, was noch am Leben hängt? Was eigentlich in Dir schreit „Neeeein. Tus nicht!“ oder ähnliches? Hör dem doch auch mal zu! Ich weiß, wenn man mega depressiv ist, ist so eine Innenschau schwer möglich. Da braucht man – wirklich! – erst mal einen Rückzugsort wie eine Klinik, um wieder klar zu denken. Aber wenn Du klar im Kopf bist und Deine Gefühle einsortieren kannst – hey, was für Bereiche gibt es in Deinem Herzen? Alles schwarz? Alles dunkel, zugehängt, undurchdringbar? Ich hoffe nicht! Was sagen die anderen Bereiche Deines Herzens? Gibt’s da nicht doch eine kleine Stimme in dir die flüstert ICH WILL LEBEN?
Lass diese lauter als deine Suizidgedanken werden! Vielleicht ruht der beste Grund, sich nicht umzubringen, in Dir selber:
3) Trüffel in Neuseeland
Warst Du schon mal im New Yorker Museum of Modern Art? Ich nicht! Dabei liebe liebe liebe ich die moderne Kunst. Wenn ich ein gutes Bild sehe, eine schräge, verrückte, abgefahrene Idee, dann hüpft mein Herz. Vor Freude. Und weil es mich auch nach New York zieht, muss ich unbedingt mal in dieses Museum. Gut, dass ich mich nicht umgebracht habe! Denn jetzt werde ich mir irgendwann ein Ticket kaufen und all die vielen schrägen Bilder und Installationen bestaunen. Und durchs vibrierende New York laufen.
Vielleicht ist das ja ein Gedanke wert – erst einmal all die schönen Dinge sehen, auf die man Lust hat. Sich etwas gönnen. Und wenn es nur Kleinigkeiten sind – vielleicht ein schönes Stück Sachertorte vom Konditor, den tollen Bildband beim Buchhändler um die Ecke oder den Kurztrip mit nem Billigflieger nach Mailand. Oder wie wärs damit: Pinguine in freier Wildbahn beobachten? Oder getrüffelte Steaks auf einem Berg in Neuseeland grillen – warum nicht? Warum eigentlich nicht? Warum nicht erst mal das Beste aus dem Leben rausholen? Dann kannst Du Dir immer noch überlegen, ob Du mit diesem Leben wirklich Schluss machen willst. Warte doch bitte mit Deiner Suizid-Entscheidung erst einmal ab. Mach erst einmal die schönen Dinge, die Dir Spaß machen und dann denk nochmal über so eine schwerwiegende Entscheidung nach.
Wie gesagt, wenn nichts mehr geht, Dir Träume egal sind, New York und Sachertorte Dich kalt lassen, dann kann es sein, dass Du ne richtige Depression hast und Vitamine, Medikamente und ne Therapie brauchst. Ich habe Leute in der Klinik kennen gelernt, die waren mega-schlecht drauf, haben kein kleinstes Lächeln mehr hervorgebracht und waren kaum ansprechbar. Nach ein paar Wochen haben die Medikamente angeschlagen und sie waren wie ausgewechselt.
Vielleicht macht dich dieser Gedanke, eines Tages einerseits nochmal weg zu fliegen, nicht glücklich, sondern traurig. Weil du noch nie das Geld hattest, irgendwohin zu fliegen. Weil du vielleicht behindert bist, von Sozialhilfe lebst und froh bist, wenn du dir nen Kaffee oder nen Döner leisten kannst und da kein Ende in Sicht ist. Zum einen werde ich beten, dass du eine Reise geschenkt bekommst und zum anderen, überleg dir, ob du etwas an deinem Leben ändern kannst, so dass du dir kleine „Freudeninseln“ schaffen kannst. Wenn Du z. B. In einer Behindertenwerkstatt arbeitest, verdienst du etwas Geld, mit dem man sich eben den Kinobesuch leisten kann. Wenn Du fähig bist, einen 520 Euro-Job zu haben, kannst du dir von der verbleibenden Kohle (70 % werden abgezogen, ich weiß) dir was schönes gönnen. Oder als Behinderte:r wieder studieren? Warum nicht? Ich bin mir aber absolut bewusst, dass, falls du eine Depression hast, du nicht mehr träumen kannst und alles schwarz siehst, dass dich dann Trüffel in Neuseeland nicht reizen. Dann überlege dir, was dir VORHER, vor der Depression Freude bereitet hat und tu genau das. Du bist früher gern schwimmen gegangen? Dann steck deine Füße ins Wasser! Im Tun schwingt die schwarze Wolke über unseren Köpfen oft höher, und man fängt wieder an Freude an Dingen zu schmecken. Wenn das nicht der Fall ist, wenn du noch nicht mal schaffst, dich zu duschen, dann ist es längst überfällig, sich professionelle Hilfe zu holen. Lies dazu „Hilfe, die hilft“.
4) Tod ohne Rückfahrkarte
Ganz klar, die Reise in den Tod trittst Du ohne Rückfahrkarte an. Hast Du Dir schon mal überlegt, was dann kommen könnte? Viele hoffen ja, es gehe nach dem Selbstmord nicht weiter und man hätte seine Ruhe – aber was, wenn nicht? Was, wenn es danach weitergeht?
Ich will Dir keine Angst machen. Ich will einfach nur den Gedanken einwerfen, mal darüber nachzudenken. Sich dafür Zeit nehmen und nicht im Affekt ne Handvoll Tabletten einwerfen. Mich hat diese Unsicherheit über die Ewigkeit selbst von einem Selbstmord abgehalten. Und das obwohl ich überzeugter Christ bin. Und wisst ihr, was ich mir noch vorgestellt habe? Das ich Gott im Himmel begegne und er mir alles zeigt, was er mir noch schenken wollte. Was er mit mir noch alles vor hatte. Und ich weiß, dass ich weiß, dass ich weiß, dass ich – wenn ich mich umgebracht hätte - ihn von Angesicht zu Angesicht sehen würde und alles bereuen würde. Und das wollte ich nicht. Etwas so einschneidendes tun – und es 5 Minuten später bereuen, ohne eine Möglichkeit zu haben, es rückgängig zu machen. Und dann hätte ich die ganze Ewigkeit, um mir vor Ärger in den hübschen Arsch zu beißen.
Eigentlich ist das der wichtigste Punkt: Du kannst dir nicht sicher sein, dass nach dem Tod das Leben aufhört. Was, wenn es doch die Hölle gibt und du im Expresszug dorthin verfrachtest wirst, eben ohne Rückfahrkarte? Ich selbst glaube tatsächlich an dieses ganze Tamm-Tamm um Himmel und Hölle, Jesus und Erlösung. Ich denke, da gibt es einen Ort mit Qual für alle, die nicht an Jesus glauben. Aber was, wenn der Buddismus Recht hat? Dann würdest du vielleicht als Regenwurm wiedergeboren - dein Selbstmord wäre ein schlechtes Karma. Und im Islam? Das wäre eine Sünde, die nach dem Tod Gott bestraft - wie, bleibt Risiko. Und Judentum? Das konnte ich nicht herausfinden, ich vermute, dass es hier für einen Selbstmörder auch nicht direkt auf "Abrahams Schoß" geht. Nach den Weltreligionen also hättest du schlechte Karten.
Wäre es jetzt nicht an der Zeit, bevor es zu spät ist, darüber nachzuforschen? Sich noch Zeit zu nehmen, Gott zu suchen, bevor man solch eine endgültige Entscheidung trifft? Damit man sich nicht in alle Ewigkeiten ärgert?
Du brauchst Zeit! Bring dich auf keinen Fall im Affekt um! Das ist eine Entscheidung von solcher Tragweite, die kann man nicht in einer Stunde, einem Tag, einer Woche oder einem Monat treffen…. HEUTE NICHT!
5) Schmerzverlagerung
Vielleicht hoffst Du ja, das mit dem Ende Deines Lebens - dem Suizid - der Schmerz geht. Aber ich muss Dich enttäuschen – er geht nicht, er verlagert sich nur. Auf Deine Freunde und Angehörigen. Ich selbst konnte das Argument zeitweise in meiner Krise nicht hören – schließlich bin ich es doch, die das Leben aushalten muss, es ist mein Leben und geht keinen was an – aber es ist dennoch eine Illusion, dass Angehörige und Freunde das einfach so wegstecken. Mal drei Monate trauern und dann wars das. Nein, dieses Trauma wird sie für den Rest ihres Lebens begleiten, mal mehr, mal weniger. Nicht ohne Grund gibt es viele Trauer-Gruppen.
Und selbst wenn Du in einem Heim aufgewachsen bist, keine Eltern hast und nur wenige Freunde – ein Selbstmord trifft jeden. Jeder macht sich Vorwürfe, hätte ich doch nur was gemerkt, oder hätte ich ihn / sie doch angerufen. Gerade die, die sich verantwortlich fühlen, seien das Eltern, Ehepartner, Geschwister, Heimerzieher oder die eigenen Kinder, werden einen bodenlosen Schmerz spüren, für den es keinen realen Trost gibt. Du bist nun mal durch nichts zu ersetzen. Deshalb: Bitte. Bitte bleib am Leben.
6) Phasen-Theorie
Ich war mal auf einer Seite für Depressive und habe dort gelesen: „Jede Depression hat ein Ende“. Das hat mir wieder Hoffnung gemacht. Dass die trübe Zeit ein Ende hat. Irgendwann. Und tatsächlich – die extremen Phasen hatten ein Ende. Ich lebe jetzt ein glückliches Leben und bin super froh, „es“ nicht durchgezogen zu haben. Deshalb ist meine Hoffnung für Dich, dass Deine Verzweiflung auch mal neuer Lebensfreude weichen muss. Selbst wenn Du es jetzt nicht siehst und das unvorstellbar erscheint. Die schlimme Phase wird ein Ende haben. Ich verspreche es Dir. Ich weiß, es gibt Krankheiten, da kommen schlimme Zeiten immer wieder - z. B. bei Bipolarität. Manche auch kämpfen permanent gegen z. B. eine Psychose und sind deshalb sehr hoffnungslos. Ich würde hier das Hilfesystem ausnutzen, wie es nur geht, und wenn du 4 mal im Jahr in die Klinik kommst, hauptsache du bringst dich nicht um. Solch eine Krankheit ist hart und Du bist ein Held/eine Heldin! Mach den Kampf zu Deiner Lebensaufgabe und lass dich nicht kleinkriegen! Dinge können sich noch ändern!
7) Hilfe, die hilft
Viele Suizidale kennen das Hilfesystem in Deutschland nicht, sie wissen nicht, dass sie in Therapie gehen können, eine Reha machen können, dass es viele Selbsthilfegruppen gibt und Vereine, die in Krisen weiter helfen. Es gibt wirklich Hilfe, die hilft! Probier alles aus! ALLES! Bevor du solch eine Entscheidung triffst... Mehr dazu in der Unterseite "Hilfe, die hilft".
8) Weil alles sich ändern kann
Oft denken hoffnungslose Menschen, sie seien in einer Sackgasse und es geht weder vor noch zurück. Sie sehen kein Ende ihres Leides, haben keine Idee mehr, wie sie da raus kommen, auch nach nächtelangem Grübeln. Lass mich dir versichern: In der Depression kannst Du gar nicht klar denken! Da kannst Du das Kriechloch am Sackgassen-Ende nicht sehen, durch das du schlüpfen kannst! Ein Beispiel: Ich habe einen Bekannten, der war im Immobilienbereich als Makler unter sehr viel Verkaufsdruck tätig. Er hatte einen Kollegen, der sich unter diesem Druck umgebracht hat. Mein Bekannter selbst musste den Druck mit einem schweren Schuldenberg aushalten, denn aus einer gescheiterten Firma brachte er 1 Millionen Euro Schulden mit. Klar, da hieß es Insolvenz und irgendwie noch die Familie über die Runden kriegen. Ich kann das Maß seiner Belastung nur erahnen. Leistungsstress auf der Arbeit oder im Studium ist schwer auszuhalten. Der Immobilien-Kollege meines Bekannten aber hat diesen Druck nicht ausgehalten. Und wie ist es für meinen Bekannten nach der Insolvenz weiter gegangen? Nach 10 Jahren war er wieder schuldenfrei und konnte erfolgreich ein neues Unternehmen hochziehen und hat nun keinerlei finanzielle Sorgen mehr, sondern kann glücklich erleben, wie sein Enkel aufwächst. Gerade hat er neue Pläne, seinen Lebensmittelpunkt ins Ausland zu verlagern. Hätte er auch aufgegeben, hätte er diese schönen Seiten des Lebens nie kennen gelernt! Das Schlupfloch hieß hier "Insolvenz durchhalten". 10 Jahre am Minimum krebsen - auch kein einfaches Schicksal. Und auch hier hat sein Glaube wieder geholfen, an einen Gott, der einen durchträgt und Schlupflöcher durch Sackgassen bohrt.
Gerade für Männer ist Misserfolg im Beruf einschneidend. Es wundert mich nicht, dass Studierende und Arbeitslose sich eher umbringen, weil hier der Erfolgsdruck am größten ist. Was, wenn man wiederholt durchs Examen fällt? Dann kann man die Prüfung nicht wiederholen und eine Welt scheint zusammen zu brechen. Aber glaube mir, da gibt es auch ein Kriechloch. Ich kenne jemanden, der ist zweimal nach 10 Jahren Jura-Studium durch das zweite Staatsexamen gefallen, das Arbeitsamt hat ihm eine Weiterbildung als Werbetexter finanziert und ich hoffe, er arbeitet in dem Job immer noch. Lass dich in solch Situationen gut beraten! Nicht nur von Freunden, sondern von Fachleuten!
Es gibt natürlich auch Situationen, da ist eine Auswegslosigkeit scheinbar endgültig - z. B. wenn ein geliebter Mensch stirbt. Jemanden aus dem Jenseits zurück zu holen - davon gibt es Geschichten, doch meistens ist das nicht möglich. In dieser Situation muss man durch eine Trauerzeit durch. Hol dir da Hilfe in Trauergruppen! Davon habe ich leider nicht viel Ahnung... Viele bringen sich auch im Alter um, ich vermute, weil in dieser Zeit die Hoffnung, dass sich noch etwas ändern kann, schwindet. Hej wenn du Senior oder todkrank bist, möchte ich dir sagen: Das Leben geht auch nach dem Tod weiter! Und du kannst hier und jetzt Weichen stellen, dass es gut weiter geht! Siehe: "Ein Gebet für dich" und "Der Gott-Faktor". Außerdem: Der Mensch kann biologisch 120 Jahre alt werden. Mit 70 hast du theoretisch noch 50 Jahre vor Dir! Mit 60 kannst du "Halbzeit" feiern, nicht die baldige Rente!
9) Alles andere
Als ich in meiner Krise war, hat mir eine Therapeuten gesagt: „Frau Gerhards, Sie dürfen alles, nur nicht sich umbringen.“ Ja, wirklich ein unschlagbarer Grund. Lieber Leser, liebe Leserin, Du darfst fast alles, nur Dich nicht umbringen. Du darfst keinen Selbstmord durchziehen, keinen Suizid begehen, nicht ins Gras beißen. Das darfst Du einfach nicht. Das macht man nicht. Deshalb. Einfach so. Ein klares Nein. Was könntest Du statt dessen tun? Was sind die Alternativen? 50 Videos hintereinander schauen? Ein Weltreise unternehmen? Mal was flambieren? Im Wald übernachten? Therapie wagen? Egal was kommt: Du darfst Dich auf keinen Fall umbringen. Deshalb. Bitte nicht. Bitte bleib am Leben.